Kommunalwahlen in Bayerisch-Schwaben: herbe Verluste zu 2020, aber Aufwärtstrend nach Bundestagswahl

Die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Bayerisch-Schwaben sind für uns Grüne bitter: Viele erfahrene und engagierte Kommunali verlieren ihre Mandate. Im Vergleich zur Bundestagswahl 2025 haben sich unsere Werte allerdings flächendeckend verbessert, was ein Aufwärtstrend bedeuten könnte.

Im Vergleich zu den letzten Kommunalwahlen 2020 haben wir fast überall geringere Prozentwerte und verlieren insgesamt rund 100 Sitze in Kreistagen, Gemeinde- und Stadträten. Unsere Kreistagsfraktionen werden überall kleiner, wobei wir auch in den kreisfreien Städten nur im Stadtrat Kempten (Allgäu) die Fraktionsgröße von acht Mandaten halten. Klare Zugewinne verzeichnen vor allem die Fraktionen der rechtsextremistischen AFD, was die kommunalpolitische Arbeit in den kommenden Jahren deutlich erschweren könnte. In Augsburg und in Kaufbeuren bleiben wir Grüne zweitstärkste Kraft in den Stadträten hinter der CSU, während die Freien Wähler vor allem im Allgäu auch Zugewinne verzeichnen.

Als Bezirksverband wollen wir die kommunalpolitische Arbeit der sich nun neu konstituierenden Fraktionen sowie der einzelnen Ratsmitglieder nach Kräften unterstützen. Mögliche Maßnahmen sind strukturelle Verbesserungen im Zusammenspiel zwischen Parteiarbeit und Kommunalpolitik sowie eine verstärkte Vernetzung unserer Kommunalpolitiker*innen untereinander.

Mancherorts auch stärker – und Erfolge in den Spitzenwahlen!

Verbessern konnten wir unsere Ergebnisse von 2020 in Füssen, Wolfertschwenden, Sulzberg, Weiler-Simmerberg mit um je einen Sitz verstärkten Fraktionen. In einigen weiteren Orten wie etwa Adelsried oder Immenstadt im Allgäu gab es ebenfalls ein leichtes Plus für die grünen Listen, das dort jedoch keine zusätzlichen Sitze bedeutete.

In Bürgermeisterwahlen haben zwei Orte unsere grünen Kandidierenden gewählt: In Trunkelsberg (Unterallgäu) erhielt Evi Gerngroß-Keller 85% der Stimmen und tritt somit die Nachfolge von Roman Albrecht an. In Röfingen (Landkreis Günzburg) konnte Mathias Endres mit ebenfalls fast 85% die Wahl für sich entscheiden.

In der Stadt Leipheim im Landkreis Günzburg wird künftig Dr. Raphael Gerhardt als Bürgermeister tätig sein. Der parteilose Kandidat war von den Grünen, der SPD und der UWG unterstützt worden. Ein außergewöhnliches Bündnis aus Grünen, SPD und der CSU ermöglichte in Bad Wörishofen, dass unser früherer Bezirksvorsitzender Daniel Pflügl als überparteilicher Kandidat vom Stellvertreter zum Ersten Bürgermeister der Kneippstadt wird.

Daniel Schaefer in der Stichwahl

In Elchingen (Landkreis Neu-Ulm) steht der von uns nominierte parteilose Kandidat Daniel Schaefer in einer spannenden Stichwahl um das Bürgermeisteramt. Hier entscheidet sich die Gemeinde am 22.03. zwischen ihm und der Kandidatin Miriam Gruß, die im Ergebnis nur wenige Prozentpunkte auseinander lagen.

Folge Daniel Schaefer und unterstütze seine Stichwahlkampagne:

Starke Spitzenkandidaturen – wichtiger Beitrag zur Demokratie

Leider konnten sich unsere Hoffnungen, weitere Stichwahlen zu erreichen, trotz vieler starker Spitzenkandidat*innen und engagierter Wahlkämpfe nicht erfüllen. Wir danken allen, die kandidiert haben und im Wahlkampf aktiv waren! Diese Arbeit war und ist ein wichtiger Beitrag zu unserer Demokratie. Auch wo wir keine Ämter oder nur wenige Mandate erreichen konnten, haben wir die Debatte mitgeprägt, unsere Ideen und Vorschläge zur Diskussion gestellt und Gesicht gezeigt für eine lebendige Kommunalpolitik des Miteinanders und der Mitbestimmung.

Talsohle durchschritten? Aufwärtstrend im Vergleich zur Bundestagswahl

Die Ergebnisse bedeuten trotz mancher Lichtblicke insgesamt eine deutliche Schwächung unserer Arbeit in den Kommunen. Allerdings befanden wir uns vor sechs Jahren in einem historischen Höhenflug und konnten daher außergewöhnlich gute Ergebnisse erzielen.

Spätestens nach der Bundestagswahl 2021 und vor allem mit der Landtagswahl 2013 fielen unsere Werte wieder bundes- und landesweit. Insofern bedeuten die Kommunalwahlergebnisse 2026 wieder einen Aufwärtstrend: Im Vergleich zur Bundestagswahl 2025, die trotz unseres zweitbesten Ergebnis aller Zeiten eine Enttäuschung war und ist, haben wir uns in allen Landkreisen und kreisfreien Städten wieder verbessert.

Ergebnisse unserer grünen Kommunalwahllisten 2026 im Vergleich zu den Bundestagswahlergebnissen in den Landkreisen und kreisfreien Städten.