Retzenbachliebe: erfolgreiche Gewässerentwicklung bei Nördlingen | GRÜNE WEGE

Erfolgreiche Gewässerrenaturierung am Retzenbach: GRÜNE WEGE-Veranstaltung der Bezirksgrünen zeigt Vorzeigeprojekt bei Nördlingen

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „GRÜNE WEGE in Schwaben“ haben wir mit dem Fischereiaufseher Andre Holzinger ein echtes Erfolgsbeispiel für lokalen Umweltschutz besucht – den Retzenbach bei Nördlingen!

Holzinger, der ursprünglich das Fischereirecht für das sommerkalte Gewässer pachtete, initiierte eine ökologische Gewässerentwicklung, nachdem er den desolaten Zustand des Baches erkannte. Mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen konnte in kurzer Zeit eine signifikante Verbesserung der Biodiversität erreicht werden. Basierend auf diesen Erfolgen ist nun die Renaturierung des gesamten Retzenbachs geplant.

„Was Andre Holzinger hier leistet, zeigt eindrucksvoll, wie engagierte Bürgerinnen und Bürger konkret zum Naturschutz beitragen können“, betonte Albert Riedelsheimer, Bezirksvorstandsmitglied der GRÜNEN Schwaben. „Dieser Ortstermin macht deutlich, dass Fischereiverbände und lokale Initiativen wichtige Partner beim Erhalt unserer Ökosysteme sind.“

An der Veranstaltung nahmen neben Albert Riedelsheimer und Bezirkssprecherin Eveline Kuhnert auch die Landtagsabgeordnete und Landesvorsitzende Eva Lettenbauer, der Bezirksrat und Umweltbeauftragte des Bezirks Schwaben, Lukas Geirhos, sowie zahlreiche weitere Interessierte teil. Im Fokus der Gespräche standen die vielfältigen ökologischen Funktionen intakter Fließgewässer sowie Möglichkeiten der partizipativen Gewässerentwicklung.

Dabei wurde allerdings auch deutlich: Die Wiederherstellung unserer Bäche kann aber nicht einzelnen Initiativen überlassen werden, sondern braucht Gesetze. Die Maisfelder rund um den Retzenbach zeigen eine Fehlentwicklung in der Landwirtschaft deutlich auf. Mangelnde Förderung der Biolandwirtschaft (Ziel in Bayern: 30%, Realität: 13%) sowie eine zu lasche Umsetzung des Volksentscheids „Rettet die Bienen“, gerade bezüglich Gewässerrandstreifen, treiben das Artensterben voran.

Nur 8% der Fließgewässer in Deutschland sind in guten Zustand, die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie werden weitgehend verfehlt. „Der Retzenbach ist zu einem kleinen, ökologischen Paradies geworden, das uns zeigt, was möglich ist. Aber politisch kann und muss noch viel mehr für unsere Gewässer getan werden“, so Bezirkssprecherin Eveline Kuhnert.

Mehr über das Retzenbach-Projekt erfährt man von Andre Holzinger unter dem Instagram-Kanal @bachliebe.

Empfehlenswert ist auch diese Radioreportage vom BR:

Der Retter vom Retzenbach – Vom Angler zum Bachpaten

Der Besuch am Retzenbach ist Teil der Veranstaltungsreihe „GRÜNE WEGE in Schwaben“, die exemplarische Projekte in Bayerisch-Schwaben bei Ortsbesuchen vorstellt und den Dialog zwischen Politik, Fachexpertise und Bürgerschaft fördert.