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06.06.2018

Erst denken, dann baggern

 

Grüne informieren in Anhausen über den Flächenfraß

Der Grüne Spitzenkandidat Ludwig Hartmann sowie die beiden Sprecher*innen des Bezirksverbandes Schwaben der Grünen, Stephanie Schuhknecht und Maximilian Deisenhofer sprachen am vergangenen Montag in Anhausen (Diedorf) über den ausufernden Flächenfraß in Bayern. Hartmann, der zum Thema bereits an der Spitze eines Volksbegehrens steht, war auf Einladung des Bezirksverbandes gekommen, auch um über den aktuellen Stand des Begehrens zu informieren. Den Anfang machte aber zunächst Maximilian Deisenhofer. Der Direktkandidat für die kommende Landtagswahl im Wahlkreis Augsburg Land begrüßte die über 40 interessierten Bürgerinnen und Bürger. „Wir kämpfen auch im Augsburger Umland mit dem massiven Flächenverbrauch, zum Beispiel durch die Staatsstraße 2036 und natürlich völlig ausufernd auf dem Lechfeld.“

Die Problematik beim Flächenverbrauch ließe sich einfach zusammenfassen: zu viel, zu unüberlegt, nicht nachhaltig – „wenn wir so weitermachen, verliert Bayern sein Gesicht“, so Hartmann. Gemeint ist das, was Bayern prägt. Die schöne Landschaft aus Wiesen, Wald und Feldern. Tatsächlich werden in Bayern pro Tag derzeit über 13 Hektar Fläche verbaut. Die Grünen fordern deshalb eine Begrenzung auf fünf Hektar pro Tag. Die Entscheidung, ob das dazugehörige Volksbegehren zugelassen wird, trifft derzeit der bayerische Verwaltungsgerichtshof. Am 18. Juni ist hierzu die erste Anhörung. Wird es zugelassen müssen innerhalb von 14 Tagen fast eine Millionen Bürgerinnen und Bürger in den Rathäusern unterschreiben. Gelingt dies kommt es zu einem Volksentscheid.

Aber ist der Plan einer solchen Begrenzung überhaupt umsetzbar? Kann denn dann überhaupt noch gebaut werden? Ja – erklärte Hartmann: „Wir müssen denken, bevor der Bagger kommt! Es geht darum Flächen effizienter zu nützen.“ Beispielsweise in ausufernden Gewerbegebieten, die einen großen Teil der Problematik darstellen. Durch Garagen oder Parkhäuser anstelle von großflächigen, ebenen Parkplätzen wäre schon viel gewonnen.

Dass das Thema Flächenfraß die Bürgerinnen und Bürger beschäftigt, merkte man bei der abschließenden Fragerunde, die Schuhknecht moderierte. Viele sehr konkrete Fragen kamen von Seiten des Publikums. Kein Wunder, schließlich liegt Augsburg Land im Flächenverbrauch sogar noch über dem ohnehin hohen bayerischen Durchschnitt. Die Nummer Eins der schwäbischen Liste für die Landtagswahl und Direktkandidatin in Augsburg Ost zeigte sich zufrieden mit der Veranstaltung. Schuhknecht ist noch weiterer Punkt wichtig: „Durch eine bayernweite Begrenzung des Flächenverbrauchs wird es endlich möglich sein, den Unterbietungswettbewerb bei Gewerbeflächenpreisen zwischen Kommunen zu durchbrechen und mehr auf Kooperation und interkommunale Zusammenarbeit zu setzen. Damit wäre schon viel erreicht.“

Weitere Infos unter: betonflut-eindaemmen.de

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