Die Grünen Schwaben fordern mit einer Resolution die vollständige Rücknahme der geplanten Streichungen im Regionalverkehr zwischen Augsburg und München. Nach derzeit bekannten Planungen könnten ab 2028 täglich zwölf Regionalzugverbindungen entfallen. In den Hauptverkehrszeiten könnte die Zahl der Regionalzüge von derzeit drei bis vier auf maximal zwei Züge pro Stunde und Richtung sinken. Gleichzeitig sind 19 zusätzliche Fernverkehrsfahrten vorgesehen.
Lena Eichner und Constantin Jahn, Vorsitzende des grünen Bezirksverbands Schwaben: „Die Verbindung Augsburg–München ist die zentrale Schienenachse für Schwaben Richtung Landeshauptstadt. Wer hier Regionalzüge streicht, trifft Pendlerinnen und Pendler weit über Augsburg hinaus. Es kann nicht sein, dass der Fernverkehr ausgebaut wird und der Regionalverkehr dafür zurückstecken muss. Mehr Fahrgäste müssen zu mehr und nicht zu weniger Kapazität im Regionalverkehr führen.“
Besonders unverständlich sind die Pläne angesichts der erwarteten Entwicklung der Fahrgastzahlen: Eine im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums erstellte Prognose zählt die Achse Augsburg–München zu den bundesweit sieben Bahnknoten und Linien mit den größten erwarteten Fahrgastzuwächsen im Nahverkehr. Die schwäbischen Landtagsabgeordneten der Grünen hatten sich bereits in Schreiben an DB InfraGO und Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter gegen die Streichungen positioniert. Sie begrüßen ein Veto des Freistaats zu den Plänen und bieten Verkehrsminister Christian Bernreiter ein gemeinsames Vorgehen gegenüber DB InfraGO und dem Bundesverkehrsministerium an.
Stephanie Schuhknecht, Augsburger Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bayerischen Landtag: „Die Bahnstrecke Augsburg–München ist eine Lebensader für unsere gesamte Wirtschaftsregion. Unternehmen brauchen gute Erreichbarkeit und Beschäftigte müssen zuverlässig an ihren Arbeitsplatz kommen. Ausgerechnet dort Regionalzüge zu streichen, wo die Nachfrage in den kommenden Jahren besonders stark wachsen wird, ist verheerend und widerspricht dem eigenen Ziel des Freistaats, die Fahrgastzahlen im öffentlichen Verkehr zu verdoppeln. Unsere starke Wirtschaftsregion braucht eine Verkehrsinfrastruktur, die unseren Standort stärkt und nicht schwächt.“
Grüne fordern Stopp der Zugstreichungen zwischen Augsburg und München – Stephanie Schuhknecht, MdL
Cemal Bozoğlu, Augsburger Landtagsabgeordneter: „Für Augsburg sind diese Kürzungen nicht hinnehmbar. Viele Augsburgerinnen und Augsburger fahren täglich mit dem Regionalzug nach München. Es darf nicht passieren, dass Regionalzüge gestrichen werden, um Platz für zusätzliche Fernzüge zu schaffen, für die das Deutschlandticket nicht gilt.
Grüne fordern Stopp der Zugstreichungen zwischen Augsburg und München | Cemal Bozoğlu
Mit der im erweiterten Bezirksvorstand einstimmig beschlossenen Resolution stellt sich nun der gesamte grüne Bezirksverband Schwaben hinter diese Forderungen und begrüßt zugleich das Veto des Freistaats. Neben der vollständigen Rücknahme der Streichungen soll gemeinsam mit Freistaat und Arverio ein Ausbaupfad für die Strecke erarbeitet werden. Auch die Bundesregierung muss ihren Einfluss geltend machen, damit zusätzliche Fernverkehrsfahrten nicht zulasten des Regionalverkehrs gehen.
Wie gehts weiter mit der Regionalbahn in Schwaben? Aktuell geplante Veranstaltungen zu diesem Thema:
Podiumsdiskussion in Königsbrunn am 10. Oktober: Was würden die Regionalverkehr-Pläne für die Menschen aus Königsbrunn bedeuten, die regelmäßig mit dem Zug nach München fahren?
Bahn-Regionalkonferenz Schwaben am 24. Oktober – Austausch mit hochkarätigen Expert*innen aus Bahnpolitik, Verbänden und Bahnunternehmen
Die Resolution der Grünen Schwaben für den Erhalt des Regionalverkehrs Augsburg–München
Wir stehen als Grüne in Schwaben geschlossen an der Seite der Pendlerinnen und Pendler unserer Region und werden das Thema mit Nachdruck weiterverfolgen. Um das Anliegen zu unterstützen, kann auch eine Petition gegen die Pläne unterzeichnet werden.
Hier ist die vom erweiterten Bezirksvorstand verabschiedete Resolution im Wortlaut:

